Bundesregierung und JPMorgan dementieren Bericht über die Deutsche Bank

Die Bundesregierung wies einen Bericht zurück, wonach sie Bedenken über die Deutsche Bank geäußert habe. JPMorgan verneinte das Interesse an einer Beteiligung an Deutschlands größtem Kreditgeber.

Die Aktien der Deutschen Bank waren am Freitag um bis zu 6 Prozent gestiegen, nachdem die WirtschaftsWoche schrieb, JPMorgan und die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) könnten in die Bank investieren.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich mit Axel Weber, dem ehemaligen Bundesbankchef und heutigen Präsidenten der Schweizer Bank UBS, getroffen, um Ansichten über die Deutsche Bank auszutauschen.

„Wir waren erstaunt über den Bericht über ein angebliches Gespräch zwischen der Kanzlerin und Herr Weber“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert auf einer Pressekonferenz. „Diese Berichte sind rein spekulativ und können nicht bestätigt werden.“

UBS und Deutsche Bank lehnten eine Stellungnahme ab und die ICBC konnte nicht sofort zur Stellungnahme erreicht werden.

Die Aktien der deutschen Flaggschiffbank erreichten im Juni Rekordtiefststände von unter 9 Euro aufgrund der Skepsis der Anleger gegenüber der Ernennung von Christian Sewing zum CEO und seiner Strategie, sich wieder auf den europäischen Kern zu konzentrieren und gleichzeitig das globale Investmentbanking zu reduzieren. Einige Investoren haben gesagt, sie bezweifeln, ob Sewing die Deutsche Bank in die Gewinnzone zurückführen kann, nachdem die Bank unter seinem Vorgänger John Cryan drei Jahre lang Verluste gemacht hat. Die Bank litt unter seiner Leitung unter den zahlreichen Herabstufungen der Bonität. Die US-Tochtergesellschaft der Bank fielt bei einem Test der Federal Reserve über ihre Fähigkeit, einer Finanzkrise standzuhalten, durch.

Trotz des Elends der Deutschen Bank stieß ihr Franchisegeschäft auf großes Interesse, da Londons Stellung als Finanzplatz durch den drohenden Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union bedroht ist, so die Investmentbanker gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Banken wollen ihre Präsenz in Frankfurt verstärken, da die deutsche Finanzmetropole und der Sitz der Europäischen Zentralbank nach dem Brexit an Bedeutung gewinnen werden.

Die Aktien der Deutschen Bank sind in diesem Jahr um fast zwei Fünftel gefallen und haben ihre Marktkapitalisierung auf unter 20 Milliarden Euro reduziert.

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