Deutsches Wachstum durch globalen Protektionismus gefährdet

Der solide wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands sei durch zunehmenden globalen Protektionismus und ein mögliches Wiederaufleben der europäischen Schuldenkrise gefährdet, teilte der IWF mit.

“Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich gut”, aber “die Risiken sind nach unten geneigt”, sagte der IWF in seinem regelmäßigen Update zur größten Volkswirtschaft Europas. “Steigende protektionistische Tendenzen, geopolitische Unsicherheit oder eine Neubewertung der Staatsrisiken im Euroraum könnten zu finanziellen Turbulenzen führen, die Exportaussichten negativ beeinflussen und die Investitionen belasten.

Die Politik in Deutschland und im Euroraum ist zuversichtlich, dass sich das Wirtschaftswachstum nach einem verhaltenen Jahresauftakt erholen wird – trotz einiger eher düsterer Daten, die auf eine moderatere Dynamik hindeuten. Auch wenn die Bundesbank im vergangenen Monat ihre Aussichten für dieses Jahr gesenkt hat, so hat sie doch behauptet, dass der angespannte Arbeitsmarkt den privaten Konsum und die Löhne in den kommenden Monaten stützen wird. Nach einer Reihe von Rückschlägen erholten sich die jüngsten Daten über die Auftragseingänge in der Industrie im Mai. Das deutet darauf hin, dass Europas größte Volkswirtschaft nicht mit der von einigen Beobachtern befürchteten starken Verlangsamung konfrontiert sein könnte.

Die Neuverträge der Industrieunternehmen nahmen im Mai um 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, teilte das Statistische Bundesamt Destatis in preis-, saison- und kalenderbereinigten Zahlen mit. Die Entwicklung übertraf die Erwartungen der vom Datenunternehmen Factset befragten Analysten, die nach vier Monaten mit einem Wachstum von 1,1 Prozent gerechnet hatten. Der IWF sagte jedoch, dass die positive Produktionslücke in Deutschland die Preise nach oben drücken und die Inflationsrate bis 2023 auf 2,5 Prozent erhöhen sollte. Das Lohnwachstum soll sich stetig beschleunigen und im nächsten Jahr über 3,5 Prozent liegen. Der Fonds “lobte die starke Wirtschaftsleistung Deutschlands und begrüßte die Aussichten auf weiteres solides Wachstum in naher Zukunft”.

Der IWF sagte, die Koalitionsvereinbarung der Regierung enthalte “mehrere begrüßenswerte Maßnahmen”, wobei er sich auf Bemühungen zur Stärkung der digitalen Infrastruktur, Investitionen in die Kinderbetreuung und Initiativen zur Integration von Flüchtlingen bezog. Er sagte, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um das langfristige Wachstumspotenzial zu heben.

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