Europa könnte im US-China-Handelskrieg Kollateralschäden erleiden

Europäische Unternehmen sind verunsichert, wenn sie beobachten, wie die USA und China über den Handel kollidieren. Und das aus gutem Grund: Der beginnende Welthandelskrieg könnte die größte Einzelgefahr für den wirtschaftlichen Aufschwung darstellen, welche der Region geholfen hat, ihre Finanzkrise zu überwinden.

In der Theorie könnten zwar einige europäische Unternehmen davon profitieren und in Marktnischen springen, wenn chinesische Unternehmen vom US-Markt ferngehalten werden. Aber das wären nur wenige Unternehmen oder Branchen.

Wenn die Abhängigkeit der gesamten Wirtschaft vom Handel so stark ist, provoziert eine allgemeine Verlangsamung des Welthandels, verursacht durch Einfuhrsteuern und Angst und untergräbt das Vertrauen. Und genau das passiert in Europa. In Deutschland etwa machen die Exporte fast die Hälfte der jährlichen Wirtschaftsleistung aus. Hier sank das Vertrauen der Unternehmen in sechs der vergangenen sieben Monate.

Die USA werden ab Freitag Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar erheben. Die Chinesen werden mit Zöllen auf den Gegenwert von US-Produkten wie Sojabohnen, Meeresfrüchten und Rohöl reagieren.

Unter all dem hat Europa seinen eigenen Handelsstreit mit den USA. Nachdem die USA von vielen Verbündeten, einschließlich der Europäischen Union, Zölle auf Stahl und Aluminium erhoben hatten, reagierte der 28-Länder-Block mit Importsteuern auf etwa 3,25 Milliarden Dollar an US-Waren. Die Trump-Administration prüft auch die Möglichkeit, Tarife auf Autos zu setzen, was die Konfrontation erheblich eskalieren würde. Der Chef der EU-Exekutive, Jean-Claude Juncker, wird Ende Juli nach Washington reisen, um Trump persönlich von weiteren Maßnahmen gegen Europa zu überzeugen. Die Handelsstreitigkeiten drohen die guten Zeiten für die europäische Wirtschaft zu verderben.

Viele europäische Unternehmen leiden unter diesen Zöllen, da sie sowohl in den USA als auch in China, den größten Volkswirtschaften der Welt, produzieren und verkaufen. Beispielsweise würden die Zölle, die China am Freitag auf US-Autos erheben wird, die deutschen Automobilproduzenten BMW und Daimler treffen, da sie beide Fahrzeuge in den USA herstellen und nach China exportieren.

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