IWF hinterfragt Rentenmaßnahmen der Bundesregierung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat indirekt die Rentenreformpläne der deutschen Koalition kritisiert, da es bessere Möglichkeiten gäbe, angemessene Ersatzraten zu unterstützen als die zugesagten Maßnahmen.

Die von CDU/CSU und SPD Anfang des Jahres getroffene Vereinbarung beinhaltete Maßnahmen zur Begrenzung des Rentenbeitragssatzes auf 20 % und die Festlegung einer Obergrenze von 48 % der durchschnittlichen Gehälter bis 2025. In seinem Bericht 2018 über das Land schreibt der IWF, dass dies bis 2025 keine hohen fiskalischen Kosten verursachen werde, sondern belastend wäre, wenn es danach bestehen bliebe. Eine “dauerhaftere und wachstumsfreundlichere Methode” zur Erzielung angemessener Ersatzraten wäre nach Ansicht des IWF die Fortsetzung von Renten- und Arbeitsmarktreformen, die es für die Menschen attraktiver machen würden, ihr Arbeitsleben zu verlängern. Diese hätten mehrere Vorteile, darunter die Senkung der Risiken der Altersarmut, die Senkung der öffentlichen Rentenausgaben, die Steigerung des Wachstums und die Verringerung des Sparbedarfs der Arbeitnehmer.

Die Bundesregierung hat einen Rentenausschuss eingesetzt, der ab 2025 einen Plan für das staatliche Rentensystem entwickeln soll.

Der IWF stellte fest, dass die öffentlichen Rentenausgaben in Deutschland zwischen 2016 und 2040 um 1,9 % des BIP steigen werden, verglichen mit einem durchschnittlichen Anstieg von 0,8 % in der Europäischen Union. Es wurde ein Rückgang der Rentenersatzraten prognostiziert.

Anfang des Jahres sagte die Unternehmensberatung Willis Towers Watson, dass die Beiträge zur deutschen betrieblichen Altersversorgung verdoppelt werden müssten, um die sinkenden Auszahlungen aus der ersten Säule auszugleichen. Gesamtmetall, der Arbeitgeberverband der deutschen Metallindustrie, sagte, die Empfehlungen des IWF – nicht nur zu den Renten – seien “in fast jedem Detail diametral entgegengesetzt” zum Koalitionsvertrag.

Der IWF empfahl auch, dass Deutschland die Transparenz der Altersvorsorge verbessern sollte, auch als mögliches Mittel, um das “vorsorgliche” Sparen der Haushalte zu reduzieren. Die Verbesserung der Transparenz künftiger Rentenzahlungen auf Haushalts- oder individueller Ebene würde die Unsicherheit über das künftige Renteneinkommen verringern und könnte dazu beitragen, das Vorsorgesparen zu verringern.

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